Trio Popp.Roß.Dohrmann
Klangfülle, Grenzgänge und große Intensität
Trio Popp.Roß.Dohrmann begeistert bei den Satruper Kammerkonzerten
Mit rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörern erlebten die Satruper Kammerkonzerte am 28. Juni einen eindrucksvollen Sommerabend mit dem Trio Popp.Roß.Dohrmann. Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen musste die ursprünglich geplante Spielstätte kurzfristig vom Bernstorff-Forum in die angenehm kühle St. Laurentiuskirche verlegt werden – ein Wechsel, der sich im Nachhinein auch atmosphärisch als idealer Rahmen für dieses besondere Konzert herausstellte.
Von den ersten Tönen an war das Publikum in den Bann gezogen. Erstaunlich und geradezu ergreifend war die Klangdichte und klangliche Präsenz, die drei Zupfinstrumente rein akustisch, ohne jede technische Verstärkung, zu erzeugen vermochten. Was das Trio entfaltete, war ein wahres Klangbad: intensiv, farbenreich und von großer Unmittelbarkeit.
Überzeugend die Programmgestaltung: Selten gelingt es, Werke so unterschiedlicher Herkunft und stilistischer Prägung in einen so schlüssigen Zusammenhang zu bringen. Komponisten wie Isaac Albéniz und Claude Debussy begegneten Jazz- und Rockgrößen wie Esbjörn Svensson und Eddie van Halen, ergänzt durch Eigenkompositionen der Musiker. Was auf dem Papier wie ein stilistischer Spagat wirken könnte, erwies sich im Konzert als organisch gewachsenes Ganzes.
Dabei spannte das Trio einen bemerkenswerten klanglichen Bogen: vom zupackenden, motorischen Puls rocknaher Passagen bis hin zu Balladen von ergreifender Kantabilität und großer innerer Ruhe. Immer wieder überraschte das Ensemble mit neuen Klangfarben, überraschenden Perspektivwechseln und fein abgestuften dynamischen Entwicklungen.
Mit spannenden Arrangements, feinsinnig eingewobenenImprovisationspassagen und großer stilistischer Souveränität ließ das Trio Genregrenzen nahezu unmerklich verschwinden. Gerade die improvisatorischen Elemente erschienen dabei als nicht bloße Zugabe, sondern als weiterer natürlicher Baustein in diesem so besonderen musikalischen Kosmos des Ensembles – organisch verwoben und von hoher gestalterischer Kraft.
Aus all dem entstand ein musikalisches Gesamtbild von ungewöhnlicher Geschlossenheit – getragen von Virtuosität, Spielfreude und einem feinen Gespür für klangliche Balance. Das Publikum dankte den Künstlern mit großer Aufmerksamkeit, spürbarer Begeisterung und herzlichem Beifall für einen Konzertabend, der noch lange nachklingen dürfte.